Zöf - Zusammenschluss Österreichischer Frauenhäuser

Betroffene Frauen

Gewalt

Die Familie ist für viele Frauen und Kinder kein sicherer Ort. Studien gehen davon aus, dass weltweit jede vierte bis fünfte Frau von häuslicher Gewalt betroffen ist. Frauen werden somit in ihrem Recht auf ein gewaltfreies Leben in Würde, Freiheit und Sicherheit stark beeinträchtigt. Gewalt kommt in allen Gesellschaftsschichten vor, unabhängig vom Bildungsstand, der religiösen und ethnischen Zugehörigkeit, dem Einkommen und Alter. Gewalt basiert auf einem ungleichen Machtgefälle innerhalb der Beziehung und wird als Mittel zur Ausübung von Macht und Kontrolle eingesetzt.

Was ist familiäre Gewalt?

Gewalt in der Familie zeigt sich meist in einer komplexen Form von Kontrolle, Unterdrückung und Misshandlung. Dazu zählen alle Formen von psychischer, körperlicher und sexueller Misshandlung sowie Formen der ökonomischen Gewalt und Stalking. Meist kommen verschiedene Formen der Gewalt in einer Beziehung zur Anwendung.

Familiäre Gewalt ist selten ein einmaliges Erlebnis, sondern verläuft in Phasen. Auf eine Phase der Misshandlung folgt die Zeit der Versöhnung, der Versprechungen, der neuerlichen Hoffnung, der vorübergehenden Besserung. Erfahrungsgemäß nimmt die Gewalt an Häufigkeit und Schwere zu, je länger die Beziehung dauert. In der Zeit der Trennung erhöht sich für Frauen in einer Gewaltbeziehung das Risiko misshandelt zu werden oft nochmals dramatisch.

Achten Sie auf Ihre Sicherheit und holen Sie sich Hilfe!

Gewaltformen

Psychische Gewalt: Zielt darauf ab, Ihren Selbstwert und Ihre geistige Gesundheit zu zerstören, z. B. durch immer wiederkehrendes Beschimpfen, Erniedrigen, Demütigen, Anschreien, Bedrohen, für verrückt und dumm Erklären, in der Öffentlichkeit lächerlich Machen, Androhen von Gewalt, etc.. Oftmals sind mit der Ausübung psychischer Gewalt soziale Isolation und Kontrolle verbunden, z.B. in Form des Verbotes zu telefonieren, aber auch ständiger Kontrolle aller Telefonate, E-Mails und SMS, Verbot ArbeitskollegInnen, FreundInnen oder andere Familienmitglieder zu treffen, aus der Wohnung ein- oder ausgesperrt zu werden etc.

Auch ökonomische Abhängigkeit zu schaffen ist ein Mittel zur Ausübung psychischer Gewalt: Verbot arbeiten zu gehen, Kontrolle der Finanzen und Dokumente, Abnahme und "Verwaltung" des Einkommens, Verbot ein eigenes Konto zu besitzen, das Erreichen eines eigenständigen Aufenthaltstitel verhindern etc..

Körperliche Gewalt: Jede Form der Misshandlung, die zur körperlichen Verletzung führt, wie z. B. Schlagen, Treten, Ohrfeigen, an den Haaren Ziehen, Schlagen mit Gegenständen, Würgen, mit dem Messer Verletzen etc..

Sexualisierte Gewalt: Beinhaltet jede sexuelle Handlung, zu der jemand gegen seinen Willen gezwungen wird, wie z. B. Anschauen von Pornos, Nötigung, Vergewaltigung etc. Auch in der Ehe sind sexuelle Übergriffe strafbar.

Stalking: Ist das beharrliche Verfolgen nach Beendigung einer Beziehung, da die Trennung nicht akzeptiert wird. Es beinhaltet Telefonterror, Ausspionieren des neuen Wohnortes oder Arbeitsplatzes, Überwachung, Belästigung durch E-Mails, SMS etc.

Frauenhaus

Die Hilfe im Frauenhaus

Frauenhäuser sind Schutzeinrichtungen für gewaltbetroffene Frauen und Kinder in der akuten Krise. Wir bieten Ihnen eine vorübergehende Wohnmöglichkeit und einen bestmöglich gesicherten Ort, wo Sie Ruhe finden und wieder zu Kräften kommen können. Wir geben Ihnen Hilfestellung bei der Bewältigung Ihrer Lebenssituation und unterstützen Sie bei der weiteren Lebensplanung.

Wie kommen Sie ins Frauenhaus?

Frauenhäuser sind rund um die Uhr erreichbar. Sie können zu jeder Tages- oder Nachtzeit bei uns Aufnahme finden. Nach einem telefonischen Gespräch erhalten Sie die Adresse des Frauenhauses. Aus Sicherheitsgründen werden die Adressen der Frauenhäuser nicht veröffentlicht und geheim gehalten.

Wer kann ins Frauenhaus?

Jede Frau, die von familiärer Gewalt bedroht und/oder betroffen ist, kann zu uns kommen. Ihre Nationalität, Religion oder das Einkommen spielen keine Rolle. Sie haben das Recht, Ihr Kind/Ihre Kinder mitzunehmen. Wichtig ist, dass Sie einen sicheren Ort aufsuchen. Männer haben keinen Zutritt zum Frauenhaus!

Unsere Angebote

Sie können im Frauenhaus in Ruhe und ohne Druck überlegen, was Sie tun wollen. Ob Sie sich von ihrem Partner/Ehemann trennen, ob Sie eine Anzeige oder rechtliche Schritte setzen wollen, entscheiden Sie. Die Mitarbeiterinnen unterstützen Sie bei vielen wichtigen Entscheidungen und stehen Ihnen beratend zur Seite.

Unser Angebot umfasst:

  • enthält auch Existenzsicherung und Sachhilfen.
  • Vorübergehende Wohnmöglichkeit für Sie und Ihre Kinder, solange Ihre individuelle Situation den besonderen Schutz eines Frauenhauses erfordert.
  • Erstellung eines Sicherheitsplans für Sie und Ihre Kinder.
  • Begleitung in der Krisensituation.
  • Unterstützung bei der Verarbeitung der Gewalterfahrung.
  • Fachliche und qualifizierte Beratung im psychosozialen und rechtlichen Bereich.
  • Begleitung zu Gericht, Polizei, Behördenwege.
  • Rechtliche und psychosoziale Prozessbegleitung im Rahmen des Strafverfahrens.
  • Hilfe bei der Existenzsicherung.
  • Zukunftsplanung.
  • Vernetzung mit anderen für Sie nützlichen Hilfseinrichtungen.
  • Sachhilfen.
  • Im Bedarfsfall Nachbetreuung nach dem Auszug.

Was sollten Sie mitnehmen?

Im Notfall brauchen Sie nichts mitzubringen! Wir unterstützen Sie, dringend benötigte Sachen aus Ihrer Wohnung zu holen. Wenn Sie Zeit zur Vorbereitung haben, packen Sie eine Tasche mit Kleidung, persönlichen Wertgegenständen, Schul- und Lieblingsspielsachen der Kinder und nehmen Sie folgende Unterlagen mit:

  • Dokumente von sich und den Kindern (Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Reisepass, Meldezettel etc..),
  • E-Card (eigene und die der Kinder),
  • Bescheide über Kinderbetreuungsgeld, Sorgerecht,
  • Konto- und Kreditkarten,
  • wichtige Medikamente, Impfpässe, ärztliche Atteste,
  • Verträge (z. B. Miet- und Handyverträge).
  • wichtige persönliche Dinge (z. B. Fotos) und persönliche Wertgegenstände.

Ihren Wohnungsschlüssel sollten Sie behalten, damit wir mit Polizeiassistenz dringend benötigte Sachen aus der Wohnung holen können.

Leben im Frauenhaus

In einem Frauenhaus leben Frauen und Kinder ähnlich wie in einer Wohngemeinschaft. Nach räumlichen Möglichkeiten lebt jede Familie in einem eigenen Zimmer, Küchen und Sanitärräume werden auch gemeinsam benützt. Darüber hinaus gibt es Gemeinschaftsräume und Räume für Kinder und Jugendliche.

Sie organisieren sich Ihren Alltag im Frauenhaus selbstständig und sind auch weiterhin für die Versorgung Ihrer Kinder zuständig. Wenn Sie dabei sicher sind, können Sie weiterhin Ihrer Arbeit nachgehen und die Kinder in den Kindergarten oder in die Schule bringen.

Das Zusammenleben im Frauenhaus ist eine große Umstellung, da Sie mit vielen Personen zusammenleben. Sie lernen Frauen in einer ähnlichen Situation kennen und das Zusammenleben kann unterstützend und entlastend sein. Regelmäßige Zusammenkünfte aller Bewohnerinnen helfen, das Zusammenleben gut zu organisieren.

Da jede Frau verschiedene Voraussetzungen hat, gehen wir sehr individuell auf Ihre Anliegen ein. Dabei helfen regelmäßige Beratungsgespräche mit Ihrer Beraterin, um zu wissen, wobei und in welcher Weise wir Sie bestmöglich unterstützen können.

Weiters beinhaltet unser Angebot Schulungen für verschiedene Berufsgruppen, Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung für das Thema familiäre Gewalt und diverse Veranstaltungen für Fachpublikum.

news

Neue Werbe­kampagne des Vereins ZÖF
"Damit aus den Scherben der Vergangenheit eine Zukunft ohne Gewalt wird."

Neue Werbekampagne des Vereins ZÖF

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Der Verein ZÖF trauert um Sabine Oberhauser – Ministerin, Ärztin, optimistische Kämpferin.

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ZÖF gratuliert dem Frauen­haus Graz zu 35 Jahren und einem wunder­schönen neuen Frauen­haus!

Eröffnung

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Fortbildung mit Seyran Ateş

Seyran Ateş

Im Rahmen des Vereins ZÖF – Zusammen­schluss Öster­reichischer Frauenhäuser besuchten Frauenhaus-Mitarbei­terinnen aus ganz Österreich eine Fortbildung mit Rechts­anwältin, Autorin und Frauen­rechtlerin Seyran Ateş. Erörtert wurden rechtliche Themen, Interpre­tationen des Islam und der Umgang mit religiösen Fragen im Frauenhaus­alltag.

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ZÖF-Fortbildung zur Gesundheits­vorsorge
Die Arbeit im Anti-Gewalt-Bereich bringt – bei all ihren positiven Seiten – auch zahlreiche Heraus­forderungen und Belastungen mit sich. Dafür benötigen Mitarbei­terinnen Ressourcen.

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ZÖF-Tagungsreihe 2015
Unter dem Titel "Beschädigte Seele – Zusammen­hänge zwischen häuslicher Gewalt und psychischen Erkrankungen" fand im Herbst 2015 eine Tagung in Wien, Graz und St. Pölten statt.

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Besonderer Einsatz zur Positio­nierung von Frauen in der Gesellschaft wird gefeiert:
Frauenpreis der BAWAG P.S.K. 2014 geht an Andrea Brem.

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Andrea Brem "Die Wienerin 2014"

Die langjährige Geschäfts­führerin Andrea Brem wurde im Rahmen der look! Women Of The Year Awards mit dem Titel "Die Wienerin 2014" gekürt.

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